Architekturpsychologie

Die Architekturpsychologie befasst sich allgemein mit der Wirkung der gebauten Umwelt auf den Menschen, sein Erleben, Befinden und Verhalten.
Ein Großteil der Faktoren entfaltet seine Wirkung ohne dass sich der Mensch dessen unmittelbar bewusst wird. Daher wird die Tragweite und Massivität der Wirkung der räumlichen gebauten Umwelt im Regelfall enorm unterschätzt.

Gebaute Umwelten stehen hier für Innenräume und deren Gestaltung, für die Gebäudestruktur und Gebäudeensembles als auch für Außenbereiche und Freiräume, wie öffentliche Plätze und Stadträume.

Die Themen von Architektur- und Wohnpsychologie überlagern sich über weite Strecken, jedoch befasst sich die Architekturpsychologie nicht nur mit Wohnbauten, sondern auch mit vielen weiteren Gebäudetypen und -nutzungen wie:

  • Büro- und Arbeitsräume bzw. Gebäude
  • Schulen und Ausbildungsstätten
  • Kindergärten und Kindertagesstätten
  • Krankenanstalten, Sanatorien etc.
  • Ferien-, Freizeit- und Erholungseinrichtungen (Hotels, Feriendörfer, Apartmentanlagen, Thermen etc.)
  • Geschäfts- und Gewerbebauten
  • Museen und Ausstellungsräume

(siehe auch: Themenfelder)

WOHN- und ARCHITEKTURPSYCHOLOGIE als inter- bzw. transdisziplinäre Wissenschaften

Wohn- und Architekturpsychologie stellen relativ junge Wissenschaften dar, deren Wurzeln in verschiedenen Teilbereichen der Psychologie, wie der Umwelt-, Entwicklungs-, Sozial-, Wahrnehmungspsychologie sowie der Physiologie und den Neurowissenschaften (Gehirnforschung) liegen, die aber auch eine Brücke zu jenen Fachgebieten schlagen, die mit Planen, Bauen und Gestalten zu tun haben, wie Architektur, Innenraumgestaltung, Städtebau und Siedlungswesen.

Wir von IWAP sehen daher Wohn- und Architekturpsychologie weniger als kleine Teilgebiete der Umweltpsychologie, sondern als eigenständige transdisziplinäre Wissenschaften, die viele Komponenten aus unterschiedlichen Fachgebieten in sich vereinen müssen, um die zentralen oben genannten Forschungsfragen (siehe Wohnpsychologie) hinreichend beantworten zu können. Nur dadurch können Wohn- und Architekturpsychologie ihrer enormen praktischen Bedeutung für das Leben der Menschen gerecht werden.